Gnostische Meditation – Einleitung

Die Audioversion des Vortrags befindet sich hier.

Dieser Kurs ist eine sehr kurze Einführung in grundsätzliche Konzepte und Praktiken der Meditation die in der gnostischen Doktrin existieren. Es gibt hunderte von Meditationstechniken in der gnostischen Tradition; die hier präsentierten sind lediglich eine Handvoll der einfachsten und dazu organisiert einen Vorgeschmack der praktischen Anwendung dieser Lehre zu geben. Dies ist in keiner Weise eine autoritative oder ultimative, endgültige Herangehensweise; die Bedürfnisse von Schülern sind zu vielfältig und facettenreich daß ein Kurs wie dieser sie umfassend adressieren könnte. Wenn ihr diesen Kurs nicht ausreichend findet, bitte wendet euch an die folgenden Bücher, welche das Quellenmaterial für die Erstellung dieses Kurses waren, und als solche eure Anforderungen viel direkter erfüllen könnten.

– Abhandlung über Revolutionäre Psychologie
– Die große Rebellion
– Die Revolution der Dialektik

Einleitung

Meditation ist heutzutage ein sehr geläufiger Begriff, ähnlich wie Selbst-Verwirklichung. Aber es gibt ein weit verbreitetes Missverständnis darüber was Meditation wirklich ist, und es gibt variierende Arten wie Leute diesen Begriff verwenden. Manche sagen Meditation ist eine Entspannungstechnik, manche sagen sie ist „satanisch“. Viele haben Angst vor Meditation und glauben das jemand der meditiert sich gefährlichen Einflüssen öffnet. Manche sagen Meditation ist der einzige Weg zur Befreiung. Manche sagen das sie ein Weg ist „high“ zu werden oder sensationelle Erfahrungen zu haben. Die Verwirrung ist aufgetreten weil wir im Westen keine langewährende, robuste Tradition haben die die wirkliche Praxis von Meditation fortgetragen hat. Sie war präsent in verschiedenen Schulen und Religionen, und Meditation war den frühen christlichen Gruppen wohlbekannt (und bleibt es auch für einige moderne Gruppen); die Juden wussten lange Zeit von der Meditation, und natürlich wussten die Uhreinwohner Amerikas davon. Aber generell haben wir keine wirkliche Vorstellung davon was Meditation ist, oder wenn wir eine Vorstellung haben dann ist es lediglich ein Konzept, nicht etwas das wir aus Erfahrung wissen.

Wir haben auch den enormen Nachteil, der nicht unterschätzt werden sollte, daß die meisten Leute die vorgeben uns etwas über Meditation zu erzählen nur daran interessiert sind Geld zu machen oder Macht zu erlangen, und darum ist die Meditation die sie beibringen ein Produkt das dazu konzipiert ist Leute anzulocken, und nicht dazu ihnen in tiefer und fundamentaler Weise zu helfen.

Meditation ist eine exakte Wissenschaft, basierend auf realen und konkreten Energien die dem Menschen von Natur aus angehören. Meditation ist eine psychologische Technologie. Sie ist eine Wissenschaftliche Methode die mächtigsten Gebiete der menschlichen Psyche zu erschließen und zu nutzen. Meditation ist eine Reihe von Werkzeugen die Zugang zu Zuständen des Bewusstseins bereitstellen die jeder, überall betreten kann, wenn man die Schritte kennt. Diese Schritte können nicht verändert oder übersprungen werden. An ihnen kann nichts verbessert werden. Sie können nicht umgangen werden.

Die Arroganz der modernen Menschheit zeigt sich in der Annahme, daß wir in diesem „fortgeschrittenen Zeitalter“ etwas an den Meditationstechniken unserer Vorfahren verbessern können. Wir glauben daß wir Maschinen oder Pillen erfinden können die das Wissen das die kolossalen Zivilisationen der Vergangenheit erschaffen hat hinfällig machen werden. Das ist ein Irrtum und führt die Törichten zu tieferem Leid.

Wir müssen verstehen daß die Natur niemals Sprünge macht: alles muss sich gemäß bestimmten Gesetzen entwickeln und wachsen. Man kann einen Baum nicht zwingen schneller zu wachsen. Wir versuchen es, und es zeigt unsere Arroganz und unsere Torheit. Wir versuchen die Natur zu verbessern und das Resultat ist ein Desaster. Das gleiche gilt für Meditation. Es gibt Regeln und es gibt Gesetze; wenn wir die Regeln verstehen, können wir uns direkt zu unserem Ziel bewegen. Wenn wir die Regeln ignorieren, werden wir nirgendwohin kommen und stattdessen enttäuscht, desillusioniert oder verwirrt werden.

Viele verwenden heutzutage chemische oder mechanische Mittel um zu versuchen Bewusstseinszustände zu erzwingen. Sie betreten vielleicht veränderte Zustände des Bewusstseins; aber das ist nicht Meditation. Meditation ist die Wissenschaft des Aktivierens, durch bewussten Willen, des latenten Bewusstseins das in der Psyche eines jeden menschlichen Wesen residiert. Dieses Bewusstsein zu aktivieren bedeutet seine innere Wahrnehmung zu öffnen, zu sehen was durch physische Sicht nicht gesehen werden kann. Diejenigen die versuchen dieses Bewusstsein durch Drogen oder Maschinen zu erwecken tun dies durch eine Vorrichtung, das heißt durch den Willen eines externen Einflusses. Das führt zu schwerwiegenden Problemen.

Also, durch das Minenfeld muss sich der mutige wagen. Die Gefahren sind groß, von innen und von außen. Aber mit einem soliden Verständnis der Prinzipien und Gesetze die die menschliche Psyche erschaffen und organisieren, kann jedes Individuum, aus jedem Kulturkreis, von jeder Rasse, von beiden Geschlechtern in sich selbst die Wahrheiten realisieren auf die die großen Lehrer der Menschheit hingedeutet haben. Unser Ziel ist nichts weniger als die vollständige Erfahrung dieser Wahrheiten. Das ist unser angeborenes Recht, und wir müssen kämpfen um es zurückzuerobern.

Vorbereitung

Da uns ein tiefgehendes Verständnis des Bewusstseins fehlt, sowie die Wissenschaften die es erforschen, fehlen uns im Westen auch die Wörter die die vielen Zustände und Funktionen des Bewusstseins erklären. Also müssen wir uns auf die Terminologie die von anderen Traditionen kommt stützen, sowie dem Hinduismus und dem Buddhismus, Traditionen die ein tiefgehendes und umfassendes Verständnis des Bewusstseins haben, und davon was Meditation ist und wie sie funktioniert.

Die Information die in diesem Kurs präsentiert wird existiert primär dank des unglaublichen Reichtums an Wissen das in der Lehre von Samael Aun Weor gegeben wird. Allerdings ist das Level seiner Instruktion sehr gehoben, und oft spezifiziert er die Elemente nicht die für den erfahrenen Esoteriker grundlegend und einfach sind. Insbesondere kann in seinen Schriften ein häufige Äußerung gesehen werden, „Leere deinen Verstand von allen Gedanken.“ Für den erfahrenen Praktizierenden ist das fundamental. Aber für einen neuen Schüler ist das eine überfordernde Aussage, und viele lesen solche Aussagen und gehen einfach an ihnen vorüber. Das ist ein Fehler. Um die Praktiken zu verstehen die von Samael in seinen Büchern gegeben werden, muss man jeden Schritt der Übung erfüllen, in der Reihenfolge in der sie gegeben werden. Darum haben wir diesen Kurs vorbereitet um darauf hinzudeuten wie man die grundlegenden, fundamentalen Praktiken der Meditation erreichen kann. Danach kann jeder die vielen fortgeschrittenen Techniken erforschen die durchwegs in den Büchern von Samael und anderen Meistern gegeben werden. Das sonstige Material das in der Präsentation dieses Kurses benutzt wird stammt von der Lehre des Buddha Maitreya, so wie sie den tibetischen Eingeweihten der letzten tausenden Jahre überbracht wurde.

Das Ziel: Verständnis

„Wenn der Esoteriker sich in Meditation versenkt, dann ist das was er sucht Information.“ – Samael Aun Weor

Wenn wir nicht wissen wie man Information mit dem Bewusstsein erschließt, dann müssen wir lernen wie man richtig meditiert. Information zu erschließen bedeutet zu verstehen. Verständnis (Bewusstes Verständnis) wird in Samadhi (Extase) gefunden.
Samadhi heißt auf Tibetisch ting nge dzin, was bedeutet „Beharrlich, unbeirrt, unbewegt, unerschüttlich zu halten, so das keine Bewegung da ist.

Die zwei Komponenten von Samadhi

– Shamatha: Gelassenheitsmeditation. Auf Tibetisch shi-ne, bedeutet „Frieden“. Auch  Pratyahara gennant: Die Ruhe des Verstands. Shamatha ist einseitig ausgerichteter Geist.

– Vipashyana: Einsicht. Auf Tibetisch hlagtong: „Besonders zu sehen.“ Vipashyana ist die direkte Wahrnehmung der wahren Natur des Meditationsobjekts.

Synthese: Man hat einen ruhigen Geist (Shamatha) und kann die Natur von Phänomenen sehen (Vipashyana), also entsteht Verständnis.

Die Praxis

Der gesamte Inhalt dieses Kurses war ursprünglich eine Reihe von Vorträgen die gegeben wurde um eine kleine Gruppe von Schülern für das Studium des folgenden Kapitels vorzubereiten, exzerpiert aus dem Buch „Die Revolution der Dialektik“ von Samael Aun Weor. Der folgende Text ist tiefgehend bedeutsam, und kann nicht verstanden werden außer wenn er mit großer Ernsthaftigkeit und Konsistenz praktiziert wird. Das ist Wissen für das Bewusstsein; wenn das Bewusstsein es nicht verwendet, dann wird seine Bedeutung und Wichtigkeit unnachvollziehbar bleiben. Dieses Kapitel ist einer von mehreren Arten wie Samael Aun Weor an das Thema der Meditation heranging. Aber generell gesprochen illustriert der hier Präsentierte Umriss die Schlüsselstufen der Meditation wie sie in der gnostischen Tradition praktiziert wird.

 

Blue Time oder Therapeutik der Ruhe

Aus dem Buch „Die Revolution der Dialektik“ Samael Aun Weor

An der mysteriösen Schwelle des Tempels von Delphi, gab es ein griechisch Maxime, eingraviert in den Stein, die sagte: „Nosce te ipsum“, Mensch, erkenne dich selbst und du wirst das Universum und die Götter erkennen.“ In letzter Instanz ist es offensichtlich, eindeutig und klar, daß das Studium seiner Selbst und gleichmütige Reflexion in der Ruhe und Stille des Verstandes endet. Wenn der Verstand ruhig und still ist (nicht nur auf der intellektuellen Ebene sondern in allen 49 Unterbewussten Ebenen), dann taucht die Neuheit auf. Die Essenz, das Bewusstsein, kommt aus der Flasche heraus und das Erwachen der Seele, die Ekstase, Samadhi geschieht. Die tägliche Praxis der Meditation transformiert uns radikal. Menschen die nicht an der Vernichtung des Ichs arbeiten, sind wie Schmetterlinge die von einer Schule zur nächsten flattern. Sie müssen erst ihr permanentes Gravitationszentrum finden. Darum sterben sie als Versager, ohne jemals die innere Selbst-Verwirklichung des Seins erreicht zu haben.

Das Erwachen des Bewusstseins ist nur möglich indem wir uns von dem mentalen Dualismus befreien, und uns von dem Kampf der Antithesen oder von Intellektuellen Wogen emanzipieren.

Jeder Unterbewusste, Infra-Bewusste und Unbewusste untergetauchte Kampf wird zu einem Hindernis für die Befreiung der Essenz (Seele).

Jeder antithethische Kampf (so unbedeutend und unbewusst er erscheinen möge) deutet an, beschuldigt und zielt darauf hin Punkte zu verbergen die in den atomaren Infernos des Menschen ignoriert werden und unbekannt sind.
Zu reflektieren, zu beobachten und diese infrahumanen Aspekte zu kennen, diese verborgenen Punkte seiner Selbst zu kennen, ist unentbehrlich um die absolute Ruhe und Stille des Verstandes zu erreichen.
Nur in der Abwesenheit des „Ichs“ ist es möglich die Integrale Revolution und die Revolution der Dialektik zu erfahren und zu leben.
Blue Time oder die Therapeutik der Ruhe hat grundlegende Regeln, ohne die es unmöglich wäre uns von den demütigenden Fesseln unseres Verstandes zu emanzipieren.

Diese Regeln sind:

1. Entspannung: Es ist unentbehrlich den Körper für die Meditation zu entspannen. Kein Muskel sollte angespannt bleiben. Es ist dringlich Schläfrigkeit willentlich zu provozieren und zu regulieren. Es ist evident daß durch die weise Kombination der Schläfrigkeit und Meditation das entstehen wird was Illumination gennant wird.

2. Retrospektion: Was suchen wir in der Retrospektion? Aufgrund des mechanischen Lebens in dem das intellektuelle Tier lebt vergisst es sich Selbst. Also verfällt es in Faszination. Es wandelt mit schlafendem Bewusstsein umher, ohne sich zu erinnern was es in dem Moment als es vom Bett aufstand getan hat, ohne seine ersten Gedanken des Tages zu kennen, seine Handlungen, und die Orte an denen es war.
Das Ziel der Retrospektion ist die Anneignung der Bewusstheit seines eigenen Verhaltens oder seiner eigenen Handlungen der Vergangenheit. Wenn wir die Retrospektion durchführen, dann sollten wir keine Einwände im Verstand haben; wir rufen Erinnerungen von vergangenen Handlungen ab, von dem Moment des Beginns der Retrospektion an, bis zu dem gewünschten Moment in unserem Leben. Wir sollten jede Erinnerung studieren ohne uns mit ihr zu identifizieren.

3. Gleichmütige Reflexion: Zuerst, bevor jegliche Gedanken aufkommen, müssen wir uns komplett der Stimmung bewusst werden in der wir uns befinden. Observiere den Verstand mit Gelassenheit; schenke jeder mentalen Form die auf der Leinwand des Intellekts auftaucht volle Aufmerksamkeit.
Es ist notwendig während jeglicher agitierter Handlung zu Wachen unseres eigenen Verstandes zu werden, und dann einen Moment lang inne zu halten und ihn zu beobachten.

4. Psychoanalyse: Examiniere, wäge ab und inquiriere über den Ursprung, und die Wurzel jedes Gedankens, jeder Erinnerung, jeder Zuneigung, jeder Emotion jedes Gefühls, jeglichen Grolls, etc. während sie von innerhalb des Verstandes auftauchen.
Während der Psychoanalyse muss man den Ursprung, den Grund, oder das fundamentale Motiv für jeden Gedanken, jede Erinnerung, jedes Bild und jede Assoziation examinieren, abwägen, inquirieren und herausfinden, während diese von dem Grund des Unterbewusstseins auftauchen.

5. Mantralisation oder Koan: Die Ziele dieser Phase sind:

A) Die magischen Kräfte von Mantras oder Koans in unserem inneren Universum zu mischen.
B) Das Bewusstsein zu erwecken
C) Innerlich christische Atome großer Kraft anzusammeln.

In dieser psychologischen Arbeit muss der Intellekt einen psychologischen, rezeptiven, integralen, unitotalen, kompletten, ruhigen und profunden Zustand annehmen. Man erreicht diesen unitotalen Rezeptiven Zustand mit den Koans oder Phrasen die den Verstand kontrollieren.

6. Superlative Analyse: Besteht aus einer introspektiven Selbstkenntnis. Während tiefer Meditation ist Introversion unerlässlich. In diesem Zustand arbeitet man in dem Prozess des Verständnisses des „Ichs“ oder des Defekts den man desintegrieren will. Der gnostische Schüler wird sich auf das psychologische Aggregat konzentrieren und es auf der Leinwand des Verstandes behalten. Über allem anderen ist es unerlässlich ehrlich mit sich Selbst zu sein.

Superlative Analyse besteht aus zwei Phase, die da sind:

Selbst-Erkundung: In denn Tiefen unseres Bewusstseins und in den 49 Ebenen unseres Unterbewusstseins zu erkunden wann dieser Defekt zum ersten Mal in unserem Leben aufgetreten ist, wann er zuletzt aufgetreten ist, und in welchem Moment er sich stärker manifestieren konnte.
Selbst.-Entdeckung: Zu erkunden was die Nahrung dieses „Ichs“ sind. Den Defekt zu zerteilen und in verschiedene Teile zu dividieren um jeden Teil zu studieren, um die Arten der „Ichs“ kennenzulernen aus denen er entstammt und die Arten von „Ichs kennenzulernen die ihm entstammen.

7. Selbst-Verurteilung: Den studierten Defekt in den Stuhl des Angeklagten zu setzen. Die Schäden die es dem Bewusstsein verursacht zu Urteil zu bringen, sowie die Vorteile die die Auflösung des zu verurteilenden Defekts in unser Leben bringen würde.

8. Gebet: Man bittet demütig, fleht die Göttliche Mutter Kundalini, unsere innere individuelle Mutter an, mit viel Eifer. Man wird mit ihr mit Aufrichtigkeit und Offenheit reden und all die Defekte und Fehler die man hat introvertieren, damit Sie, welche die einzige ist die Fähig ist die „Ichs“ aufzulösen, sie an ihren Wurzeln desintegrieren wird.

Es ist wohltuend und interessant die Meditationshallen (Gnostischen Sanctuarien) jederzeit wenn man die Gelegenheit dazu hat zu besuchen.

Es ist unentbehrlich Meditation immer mit geschlossenen Augen zu praktizieren, um externe sensorische Wahrnehmungen zu vermeiden.

 

Dieser Vortrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Die Orininalversion ist hier zu finden.

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